Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns an einem kalten Samstag auf nach Erfurt, um unser erstes Elektrofahrzeug für das Jahr 2018 zu testen. Am Ziel unserer heutigen Reise wartet auf uns eine vollgeladene Renault Zoe in der offiziellen Farbe Yttrium-Grau. Und gleich zu Beginn gab es zwei Überraschungen: unser Testwagen trägt voller Stolz ein Berliner Kennzeichen und die Reichweitenanzeige zeigt lediglich knapp 200 km an. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Temperatur bei knapp unter 0 Grad lag. Unter Idealbedingungen verspricht Renault 400 km nach NEFZ.

Das ausführliche Review könnt ihr unten auf der Seite finden.

Die ersten Kilometer

Unser Tagesziel lautet Oberhof (etwa 800 m über NN) im Thüringer Wald, nur knapp 60 km von Erfurt entfernt. Aber wir fahren mit einem E-Auto bei eisigen Temperaturen. Und dann noch durch die Berge, was für ein leicht verrückter Plan.

Jetzt aber endlich los, draußen wird es langsam echt kalt. Also her mit den ersten Fahreindrücken. Die typischen Vorteile, wie leises Dahinsurren und stufenlose Beschleunigung sind natürlich vorhanden. Wobei 92 PS jetzt keine Bäume ausreißen, immerhin müssen gute 1.500 kg in Bewegung gebracht werden.

Das Fahrwerk ist eher komfortabel abgestimmt und schaukelt ein wenig. Aber die Renault Zoe möchte ja auch kein Sportwagen sein und für die Stadt ist die Abstimmung ideal. Vor Landstraßen braucht man dabei auch keine Angst haben. Selbst im bergigen Auf und Ab ist man stets zügig und souverän unterwegs. Die Reichweite leidet daher mehr als der Fahrer.

Die inneren Werte

Die ersten Kilometer sind geschafft und nun haben wir auch ein ruhiges Plätzchen gefunden, wo wir unsere Renault Zoe in Ruhe begutachten können.

Der gut zu erreichende Touchscreen mit den viel zu kleinen On-Screen-Buttons thront auf der Mittelkonsole und nervt leider mit einer viel zu langsamen Reaktionszeit. Hier merkt man, dass die Zoe schon seit ein paar Jahren gebaut wird, genauer gesagt seit 2013. Positiv hervorzuheben ist, dass das System inklusive Navigationsfunktionen zum Serienumfang gehört.

Unser Testfahrzeug war außerdem mit Ledersitzen und Sitzheizung vorne ausgestattet. Diese ist versteckt an den Seiten an der Mittelkonsole, wo man sie nur blind bedienen kann, wenn man sie denn findet. Als Fahrer gibt es daher während der Fahrt leider keine Möglichkeit der Bedienung.

Ein echtes Highlight ist das

verbaute Bose-Audiosystem (Sonderausstattung). Dieses hat uns mit einem bombastischen Sound beeindruckt und die fehlenden Motorgeräusche runden den tollen Musikgenuss ab.

Die Platzverhältnisse sind eher bescheiden, was bei einer Außenlänge von etwas über 4 m nicht so überraschend ist. Aber die Konkurrenz nutzt den vorhanden Platz zum Teil erheblich besser.

Bei einer Preisklasse von deutlich über 30.000 € erwartet man ebenfalls eine wesentlich höhere Verarbeitungsqualität sowie ein wenig mehr Liebe zum Detail.

Was macht die Reichweite?

Wieder zurück auf der Straße beginnt die Reichweite langsam zu schmelzen. Daher ECO-Modus an, um die Reichweite zu verlängern. Leider funktioniert die Heizung dann auch nicht mehr und so langsam wird es kalt im Auto.

Aber wieder zurück zum Thema. Mit unserem kleinen E-Flitzer geht es nun durch in die Berge. Durch das jederzeit zur Verfügung stehende Drehmoment macht dies auch noch richtig Spaß, denn man kann jede Kurve genießen, auch ohne besonders sportliches Fahrwerk. Hier spielt der niedrige Schwerpunkt seinen vollen Vorteil aus.

Insgesamt sinkt die Reichweite konstant nach jedem Kilometer, dabei aber nicht rasant und planbar. Und siehe da, über einige Umwege sind wir nun im schneebedeckten Oberhof angekommen. Und ab und zu lief die Heizung dann doch noch mit, damit wir nicht erfrieren.

Nach einer kleinen Rundfahrt durch Oberhof ging es wieder zurück nach Erfurt.

Am Ende eines langen Testtages geben wir unsere Renault Zoe mit einer Restreichweite von knapp 40 km wieder ab.

Und was sagen wir zur Zoe?

Insgesamt hat uns die Renault Zoe gut gefallen. Für die Stadt ideal. Klein und wendig. Wenn da nicht die vielen kleinen Schwächen wären, die den positiven Gesamteindruck ein wenig dämpfen. Bitte Renault, verpasst ihr ein umfangreiches Facelift! Sie hat es sich verdient.

Und mit einem E-Auto im Winter in die Berge fahren? Das stellt Madame Zoe vor nicht allzu große Herausforderungen, wenn die Berge nicht allzu weit von zu Hause liegen.

Wir haben auf dem Rückweg nach Berlin auf jeden Fall unsere Zoe schon schmerzlich vermisst, was zeigt, viel Charakter uns kleine Lady hat. Und vielleicht gibt es irgendwann mal ein zweites Rendevouz zu wärmeren Temperaturen.

Und hier geht es zum vollen Review in bewegten Bildern und Ton

 

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