Vergangenheit trifft Zukunft

formel-e am ehemaligen flughafen tempelhof

An keinem anderen Ort in Berlin ist die Vergangenheit heute noch so präsent wie auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof. Seit 2015 wird hier die erste elektrische Formel-Serie ausgetragen. Eine Rennkulisse der besonderen Art.


die vergangenheit

Der ehemalige Flughafen Tempelhof ist eines der Symbole der Berliner Luftbrücke. In den Jahren 1948 bis 1949 wurden über 2 Millionen Tonnen Fracht nach West-Berlin transportiert, um die dortige Bevölkerung mit allem Lebenswichtigen versorgen zu können. Der Flughafen wurde zu einem Symbol der Hoffnung. Ein mehr als nur geschichtsträchtiger Ort im Herzen von Berlin.

Nach einer wechselhaften Geschichte wurde im Jahr 2008 der Betrieb als Flughafen endgültig eingestellt. Ein nachhaltiges Nachnutzungskonzept scheitert bis heute an verschiedenen Meinungen und Ansichten aller Beteiligten.

die zukunft

Am 23.05.2015 traf die Vergangenheit erstmals auf die Zukunft. Eine neue Rennserie absolvierte ihr erstes Rennen auf einem ehemaligen Flugplatz. Die erste Rennserie für vollelektrische Formel-Rennwagen: Die Formel-E.

Nach einer Pause im Jahr 2016, das Rennen fand einmalig am Straußberger Platz statt, kehrte die Rennserie im Jahr 2017 wieder zurück an den ehemaligen Flughafen Tempelhof. In seiner mittlerweile vierten Saison im Jahr 2018 hat sich die Formel-E hier einen festen Stammplatz gesichert.

Die Atmosphäre lebt von der wechselhaften Geschichte des Flughafens und den surrenden Rennwagen. Es gibt wohl nicht viele Plätze und Momente in Berlin, wo die Vergangenheit sich so geschickt mit der Zukunft verbindet. Ein Erlebnis für jeden.

mehr als nur ein rennen

Leider hatten wir nicht die Erlaubnis Fotos und Videos für euch von dem Event zu erstellen, aber dennoch: Die Rennserie ermöglicht der Elektromobilität, sich auf einer großen Bühne zu präsentieren und aus dem Schatten der Verbrenner herauszufahren. So wundert es nicht, dass Mercedes, BMW, Audi und Jaguar sehr präsent vor Ort waren und sich nicht nur an der Rennserie beteiligten, sondern auch ihre neusten elektrischen Fahrzeuge im Rahmen der Veranstaltung präsentierten.

So hatten wir die Möglichkeit, den neuen Jaguar I-Pace kurz Probe zu fahren. Jaguar ist somit einer der ersten Großserienhersteller, die Tesla ernsthafte Konkurrenz machen wollen. Die ersten Fahrerlebnisse waren vielversprechend und wir freuen uns auf ein baldiges ausführliches Review.

Audi hat den kommenden Audi e-tron ausgestellt. Leider noch getarnt – mehr als ein Blick von außen war leider noch nicht möglich. BMW war mit seinen i-Modellen vor Ort sowie der Studie des BMW iX3. Mercedes brachte seine EQ-Studien mit zum Rennen.

der gewinner

Für Audi war es ein besonderes Wochenende. Es gibt wohl nichts Schöneres als einen Doppelsieg im eigenen Land. Daniel Abt hat seine Poleposition ins Ziel gebracht und schreibt sich damit in die Siegerliste des ehemaligen Flughafen Tempelhof ein. Für die Weltmeisterschaft wird es wohl dennoch nicht reichen. Lucas di Grassi belegte den zweiten Platz.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man die Aufbruchsstimmung zu neuen Ufern spürt. Die Elektromobilität wird unseren Alltag ein Stück weit verändern. Ein Schritt in einen bewussteren Umgang mit unserer Umwelt. Wir freuen uns auf die elektrische Zukunft und werden natürlich 2019 wieder in Tempelhof dabei sein.


autor falk schönberg