E-Mobilität im Kleinformat

die cebit hat mit dem thema der e-mobilität nicht viel zu tun, aber ein bisschen konnten wir uns dennoch ansehen

2018 steht im Zeichen der E-Mobilität. Nicht nur auf den etablierten Fahrzeug-Messen ist das zu merken, sondern auch im ungewöhnlichen Rahmen der CEBIT. Wir haben für euch einen Messerundgang im Gepäck.


halle 25

Von zehn Hallen hat die CEBIT dieses Jahr eine ganze Halle dem Thema der Elektromobilität gewidmet. Wenn man diese betritt, stellt man allerdings fest, dass nur etwa die Hälfte der Halle genutzt wird. Davon ist ein Teil noch für die Probefahrten reserviert. Einerseits ist das natürlich klasse. So kann man (in diesem Fall) den e.GO Life gleich ausprobieren. Andereseits zeigt es auf, wie wenig Hersteller dort vertreten waren. Wir haben für euch eine Übersicht zusammengestellt, wer die wichtigsten Aussteller in diesem Jahr sind.

e.GO Teststrecke auf der CEBIT

audi elaine

Audi Elaine heißt das elektrisch angetriebene SUV-Coupé, welches schon in wenigen Jahren (ein genaues Datum steht noch nicht fest) als vollautomatisiertes Fahrzeug auf den Markt kommen soll. Ein Anwendungsbeispiel von Audi ist, dass der Fahrer sein Fahrzeug in einem gekennzeichneten Bereich parkt – der so genannten Übernahme-Zone – und aussteigt. Von dort fährt das Auto selbstständig  in ein mehrgeschossiges Parkhaus mit verschiedenen Service-Angeboten wie einer Waschanlage, einer Paket-Station, einer Tankstelle oder einer Ladesäule. Dank Audi AI soll das Auto all dies eigenständig erledigen können.

Audi Elaine

volkswagen sedric active

Das Stichwort bei diesem Fahrzeug ist Augmented Reality. Algorithmen, Sensorik und künstliche Intelligenz sollen auch hier für vollautomatisiertes Fahren sorgen. Das Konzeptfahrzeug SEDRIC (SElf DRIving Car) wurde in der Version „Active“ auf der diesjährigen CEBIT ausgestellt. Das neue Sport- und Outdoor-Modell SEDRIC Active wurde mit einem speziell gestalteten Interieur und Exterieur eigens auf die individuellen Bedürfnisse von Aktivsportlern ausgelegt. So kann das Fahrzeug mit Hilfe seines Dachträgersystems eine Windsurfausrüstung, bestehend aus Surfbrett und Windsegel, aufnehmen. Ein Knopfdruck genügt und das selbstfahrende Automobil kommt herbei, um seine Passagiere mitsamt ihrer Ausrüstung komfortabel und sicher zum gewünschten Windsurfspot zu chauffieren, so Volkswagen. SEDRIC folgt den sportlich aktiven Menschen vollautonom zur neuen Abholposition, so benötigen zum Beispiel Wassersportler, Kanufahrer oder Mountainbiker keine Begleitfahrzeuge mehr.

Volkswagen SEDRIC Active

e.go

Auch das Start-Up e.GO  war u.a. mit seinem Fahrzeug Life vor Ort. Dieses Elektrofahrzeug kostet je nach Ausstattung zwischen 16.000 Euro und 20.000 Euro und macht dem Sono Motors Sion in Sachen des Preises große Konkurrenz. Jedoch schafft der e.GO Life leider nur zwischen 104 und 184 Kilometer mit einer Stromladung. Das Aachener Start-Up kommt hier mit einem Fahrzeug, was uns sehr an ein Zwischenmodell von BMW mini und Daimler smart erinnert. Gefreut hätten wir uns zudem noch, wenn CCS mit an Bord wäre. So muss man mit 1-phasigem Typ2 je nach gewähltem Modell zwischen 4 und 7 Stunden warten. Schuko ist im Vergleich leider nicht viel langsamer. Wir finden es jedoch spannend, dass das Stadtauto dieses Jahr in die Produktion geht, und sind gespannt, wie sich das Konzept entwickeln wird.

e.GO Life

e.GO hat insgesamt drei Modelle. Den oben beschriebenen e.GO Life, das e.GO Kart und den e.GO Mover. Letzteres war neben dem e.GO Life auch auf der CEBIT ausgestellt. Der e.GO Mover ist ein universell ausbau- und einsetzbarer Kleinbus, der sowohl für den Personennahverkehr als auch für private und gewerbliche Transportaufgaben ausgerüstet werden können soll. Verfügbar wird er für Testflotten ab 2019 sein, so e.GO.

e.GO Mover

deutsche bahn

Sehr gefreut haben wir uns, dass im E-Mobilitäts-Bereich nicht nur das Thema Auto im Fokus war, sondern auch die Deutsche Bahn vertreten war. So präsentierte das Unternehmen unter anderem das sogenannte „Komfort Check-In“. ICE-Reisende können über die neue Funktion der DB Navigator-App selbst einchecken, sich zurücklehnen, schlafen, arbeiten oder Filme schauen. Auf der CEBIT konnte dieser Service ausprobiert werden und man konnte erfahren, auf welchen Strecken er demnächst verfügbar sein soll.

Deutsche Bahn CEBIT-Stand

Durchaus spannend war auch der Ideenzug: Ruhezonen, Gaming-Module, mobile Arbeitsplätze, ein Sportstudio mit digitalem Fitnesscoach und viele weitere Ideen sind in den Zug geflossen. Das hört sich zwar alles schön an, aber wir vermuten, dass das Meiste leider in der Praxis nicht umsetzbar sein wird. Auf der CEBIT konnte man sich zudem über eine VR-Brille durch alle Abteile bewegen.

Deutsche Bahn Ideenzug

Das dritte von vier Highlights seitens der Deutschen Bahn und rund um das Thema des Ideenzugs ist die leuchtende Bahnsteigkante. Diese zeigt vor der Einfahrt eines Zuges an, wo sich die Türen befinden und noch Sitzplätze frei sind. Die Erfindung des DB Partner-Startups SIUT soll Fahrgästen bereits am S-Bahnhof die Orientierung erleichtern.

Leuchtende Bahnsteigkante (im Bild leuchtet sie nicht)

Das letzte Highlight der Deutschen Bahn auf der CEBIT ist die Sensorik und Vernetzung. Diese ermöglichen die vorausschauende Instandhaltung von Bahnanlagen. Die Bahnhofsuhr am DB-Stand kann mehr als man glaubt. Mithilfe von IoT- und LoRaWAN-Technik erfolgt die Zeitsynchronisation und Wartung von rund 12.000 Bahnhofsuhren mittlerweile aus der Ferne, so die Deutsche Bahn.

Bahnhofsuhr

was ist hängen geblieben?

Wir finden es klasse, dass auch auf der CEBIT solch‘ spannende Projekte präsentiert werden. Hoffentlich wird es auf anderen Messen, wie der IFA, auch mehr über das Thema der E-Mobilität geben. Wir freuen usna fu jedenfall auf die elektrische Zukunft.


autor timo borkowski