Jedes Jahr pilgern Hunderttausende zum Festival of Speed nach Goodwood, zu einem der verrücktesten Autotreffen in Europa.

Mehr Spaß an der Verbrennung von flüssigen Brennstoffen gibt es wohl sonst nur selten, doch kann Goodwood auch Freunden der elektrischen Fortbewegung genug bieten?


die ankunft

Von London aus braucht man zum Goodwood House je nach Lage ein bis zwei Stunden. Hat man erstmal die triste Autobahn hinter sich gelassen, führen die kleinen, südenglischen Straßen einen durch sattgrüne Landschaften und malerische kleine Dörfer.

Viele Kilometer vor Chichester tauchen die ersten Schilder auf, die zum Festival of Speed (FOS) weisen. Diesen Anweisungen folgt man lieber gewissenhaft, um nicht irgendwo verloren zu gehen (das elektronische Navi ist bei der Findung des Parkplatzes leider komplett nutzlos).

Nach ein paar noch kleineren Straßen und einem Feldweg steht man plötzlich auf einer Wiese, wo eigentlich über das Jahr hinweg die Schafe wohnen. Aber nicht an diesen Tagen – bis zum Horizont nur parkende Autos. Nein, wir haben den Eingang noch nicht erreicht. Dafür schwingt man sich auf das bereitstehende Shuttle, einen rustikalen Traktor mit Anhänger.

Ein Parkplatz vom Goodwood Festival of Speed

einfach nur sprachlos

Beim ersten Betreten des Festival-Geländes bleibt einem erstmal die Sprache weg und die Gedanken wissen nicht mehr, was sie machen sollen. 

Man ist noch immer auf der besagten Schafwiese, diesmal aber in der Gesellschaft von den teuersten und seltensten Fahrzeugen der Welt. Beispiel gefällig? Der aktuelle Bugatti Chiron reiht sich nahtlos in die Vielzahl von McLarens, Lamborghinis, Porsches und noch so vielen mehr ein. Als Autobegeisterter freut man sich schon, nur einen von diesen sündhaft teuren Sportwagen zu sehen. Hier stehen sie zu Dutzenden. Unfassbar!

Ja, ich schreibe für ein Magazin über Elektromobilität, aber ich bin schon von klein auf absolut begeistert von allem, was so auf vier Rädern unterwegs ist. Ich kann für mich nur sagen: meine Augen haben geleuchtet!

Porsche 918 Spyder

Der Rundgang über das Gelände ließ die Augen weiter hell aufleuchten, von sämtlichen Oldtimern, Nascar-Fahrzeugen, Youngtimern, Rallye-Fahrzeugen – es war so gut wie alles vertreten. Doch das beste ist die Hill-Climb-Strecke, die das Gelände in zwei Bereiche teilt. Alle Fahrzeuge und Besitzer bzw. Fahrer zeigen hier, was in ihren Boliden steckt. 

elektrisches goodwood?

Doch nun wird es endlich elektrisch. Ein ganz besonderes Fahrzeug mit insgesamt 1 MW wartet auf unseren Besuch. Unser eigentlicher Anlass für die Reise nach Goodwood. Im Supercar-Paddock lauert der NIO EP9, hungrig auf den nächsten Rekord. Mit 6:45,90 Minuten ist er das schnellste Elektroauto auf dem Nürburgring. Wir durften für euch schon mal Platz nehmen und ihn uns ausführlich anschauen.

NIO EP9

Ein weiteres Modell erregte unsere Aufmerksamkeit. Tesla präsentierte schon fast heimlich erstmals sein Model 3 in Europa. Eine Sitzprobe war dabei ausdrücklich gewünscht. Bis die ersten kleinen Teslas nach Deutschland kommen, wird es wohl noch mindestens ein halbes Jahr dauern.

Tesla Model 3

In Kürze findet Ihr hier auf TOP ZONE einen ausführlichen Bericht zu dem Tesla Model 3.

Am MINI-Haus konnte man das Konzept des ersten elektrischen MINI bestaunen. Hier warten wir gespannt auf das Serienmodell. Dann gibt es auch dazu mehr.

MINI electric drive

hier werden rekorde aufgestellt

Mit 44,61 Sekunden für die 1,86 Kilometer lange Strecke ist der NIO EP9 das schnellste straßenzugelassene Fahrzeug, das je das Ziel auf dem Festival of Speed erreicht hat.

NIO EP9 auf dem Hill Climb

Den Rekord für das schnellste Elektroauto und das diesjährige schnellste Fahrzeug hat sich allerdings VW gesichert: Mit dem Volkswagen I.D. R Pikes Peak erreichte VW eine Zeit von 43,86 Sekunden, was die Zeit vom NIO EP9 noch beeindruckter wirken lässt. Es liegen nicht mal eine Sekunde zwischen den Fahrzeugen und der I.D. R. ist speziell für Bergrennen gebaut worden.

Der Rekord des Hillclimb liegt im übrigen bei 41,6 Sekunden aus dem Jahr 1999, aufgestellt mit einem McLaren-Mercedes MP4/13. 

einmal das fos besucht – und nun?

Das Festival of Speed bietet eine einzigartige Atmosphäre. Es begegnen einem auf dem weitläufigen Areal viele junge Familien, Speedjunkies, Fahrer, Autoverrückte und natürlich so viele verschiedene Fahrzeuge aus allen Epochen, getreu nach dem Motto „von historisch bis Neuwagen“. Es riecht meistens nach verbranntem Gummi und irgendein Verbrenner schreit sich die Kehle aus dem Leib bei der Jagd nach dem nächsten Rekord oder einfach nur aus Spaß.

Natürlich ist es nicht ökologisch oder auch nicht annähernd sinnvoll. Auch bilden Elektroautos einen nur minimalen Anteil der Gesamtfahrzeuge. Doch die beiden schnellsten Fahrzeuge der Veranstaltung diesen Jahres waren nun einmal elektrisch unterwegs. Und somit kann man sagen, dass die Elektromobilität sich in diesem Jahr einen festen Platz in Goodwood verdient hat, und ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren noch mehr Elektroautos in Goodwood sehen werden.

autor falk schönberg


Wie elektrisch ist das Festival of Speed in Goodwood?
Das Goodwood Festival of Speed – Im Verbrenner-Motorsport ist es bekannt, doch wie elektrisch ist das Event schon? Kann es auch reine E-Mobilitäts-Fans anziehen?

Der Beitrag und das Video beinhalten keine bezahlte Produktplatzierung. Die NIO GmbH hat uns zu diesem Event eingeladen. Die Flüge, das Hotel sowie die Verpflegung vor Ort wurden von der NIO GmbH übernommen. 

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