Wir haben schon einige Zeit darauf gewartet und nun ist es endlich soweit: Renault stellt uns die überarbeitete Zoe vor. Mehr Reichweite, verbesserte Technik, markanteres Design und einen neuen Innenraum. Das Facelift kann sich sehen lassen!

Die Renault Zoe ist seit knapp sechs Jahren Europas meistverkauftes Elektroauto. Auch wir konnten die Variante ZE40 schon testen und sind auch sonst schon mehrmals Zoe gefahren – z.B. bei SIXT share. Unsere bisherigen Hauptkritikpunkte waren die Qualität der Verarbeitung und der Bildschirm in der Mittelkonsole. Hat Renault hier nachgebessert? 


Außen angefangen

© Renault Deutschland AG, 2019

Fangen wir erst einmal außen an. Uns gefällt das neue Exterieur außerordentlich gut. Das Fahrzeug ist deutlich markanter gestaltet als vor dem Facelift. Sichtbar ist dies vor allem bei der neuen Motorhaube und den Voll-LED-Scheinwerfern sowie den nun integrierten Nebelleuchten, den Tagfahrlichtern in C-Form und dem unteren Frontgrill, welcher nun mit Chrombausteinen bestückt wurde. Den Detailverliebten wird zudem der neue größere Renault-Rhombus auffallen, welcher nun zusätzlich blau eingerahmt ist. Am Heck prägen, wie schon bekannt, die weit in die Karosserie ragenden LED-Heckleuchten, nun aber mit neuem dynamischem Blinker. Zum Exterieur gehören ja auch die Räder und Farblackierungen. Bei der neuen Zoe gibt es eine erweiterte Auswahl an Individualisierungen: Neue Räder in 15-, 16- und 17-Zoll sowie zusätzliche Lackierungen in Aquamarin-Blau, Quarz-Weiß und Flammen-Rot. Uns gefällt das neue Auftreten der überarbeiteten Zoe wirklich gut. Es ist markanter, kantiger und einfacher moderner …

Für uns war es schon lange nötig – ein modernes Cockpit

© Renault Deutschland AG, 2019

Es wurde aber auch Zeit. Bis dato wirkte der Innenraum eher billig und gerade das Infotainment-System war veraltet. Der Innenraum hat nun endlich ein modernes Cockpit verpasst bekommen. Die ganze Anmutung ist hochwertiger. Viele neue Materialien bestehen im Übrigen aus Stoff und Leder und eben diese bestehen vollständig aus Recycling-Material, wie aus alten Sitzgurten, Stoffbezügen und PET-Flaschen.

Die Mittelkonsole ist zum Glück deutlich kleiner geworden, wenn auch nicht ganz verschwunden, und der ganze Look bringt die Zoe plötzlich wieder auf den aktuellen Stand der Dinge. Wie oben schon erwähnt, war einer unserer Hauptkritikpunkte bis dato der Touchscreen. Renault hat der ZE50-Version nun endlich ein modernes Cockpit samt neuem 9,3-Zoll-Touchscreen spendiert. Der französische Hersteller setzt weiterhin auf das Multimediasystem EASY LINK, welches auch bisher verbaut war. Das Kombiinstrument mit 10-Zoll-TFT-Display wurde zudem überarbeitet. Je nach Ausstattung soll es nun endlich möglich sein, die Navigationskarte einzublenden. Wer weitere Extras kaufen möchte, soll wohl eine Ablage zum induktiven Laden des Smartphones erwerben können.

App geht’s

© Renault Deutschland AG, 2019

Ja, das billige Wortspiel mit der App wollten wir schon immer mal bringen. Sei’s drum – Renault liefert nun zur Erleichterung der Fahrplanung eine Smartphone-App. Diese ermöglicht es vor Fahrtbeginn, entsprechende Ladepausen einzutakten und direkt ins Auto zu übertragen. Nicht wirklich spektakulär, aber dennoch nett.

Den größten Sprung gibt es bei der Technik 

© Renault Deutschland AG, 2019

Eines vorweg: Es gibt wohl so viel neue Technik, dass noch immer kein Platz für einen vorderen Kofferraum (Frunk) gefunden wurde. Schade, aber das Fahrzeug ist ja auch nicht sonderlich groß.

Neben dem Design hat Renault auch an der Technik des Fahrzeugs gearbeitet und einen Lithium-Ionen-Akku mit 52 kWh eingebaut (bisher hatten die größten Ausstattungen einen 41-kWh-Akku). Der neue Akku soll mit einer Ladung für eine Reichweite von bis zu 390 Kilometer (nach WLTP) sorgen. Erstmalig ist es nun möglich, die Zoe per Gleichstrom zu beladen, was viele freuen wird – uns eingeschlossen. Doch darauf folgt gleich der größte Wermutstropfen: Renault bietet zwar Schnellladung über CCS an, aber bei maximal 50 kW ist auch Schluss. Hier hätten wir uns wenigstens 100 kW erhofft, um auch in diesem Bereich konkurrenzfähig zu bleiben. Um nun die potentielle Energie in kinetische Energie umzusetzen, gibt es den neuen Elektromotor R135 mit 100 kW. Die vorherige Generation hat mit dem R110 nur 80 kW liefern können, und auch das Drehmoment konnte um 20 Nm auf 245 Nm gesteigert werden. Den Spurt von 0 auf 100 km/h soll die neue Zoe in weniger als zehn Sekunden absolvieren können. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei elektronisch begrenzten 140 km/h.

Das neue Fahrgefühl

Ähnlich wie der Nissan Leaf soll nun auch die Renault Zoe mit dem sogenannten „B-Modus“ One-Pedal-Feeling ermöglichen. Dies erfreut uns ganz besonders und bedeutet im Klartext: Statt die Bremse zu betätigen, soll es nun in den meisten Fällen genügen, die Rekuperationsverzögerung der Zoe zu benutzen. Insbesondere im Stadtverkehr hat sich der Nissan Leaf damit schon äußerst profiliert, weshalb der kleine Franzose hier bestimmt auch ordentlich punkten kann. Mit dem ebenfalls neuen „E-Shifter” kann man während der Fahrt zwischen dem „B-Modus“ und dem konventionellen „D-Modus“ wechseln. Die elektronische Parkbremse ist Geschmacksache, sorgt aber endlich dafür, dass die dicke Keule in der Mittelkonsole weg ist.

Die neue Zoe kommt zudem mit einer Vielzahl von Fahrerassistenzsystemen, u.a. einem Notbremsassistenten, einer Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner, einem Spurhalte-Assistenten, Fernlichtassistent sowie einem Toter-Winkel-Warner.

Des weiteren wurde auch die sogenannte Auto-Hold-Funktion präsentiert. Dies erlaubt es dem Fahrer, beim Stehen des Fahrzeugs den Fuß von der Bremse zu nehmen. Auch ist nun der Easy-Park-Assistent für die Zoe verfügbar. Eine schöne, ordentliche Auffrischung.

Sooooo viele Neuheiten – Doch was kostet der Spaß?

Die Anzahl der Neuheiten und Überarbeitungen ist groß. Umso mehr haben wir uns über das Update gefreut und können es in der Tat kaum abwarten, die neue Zoe zu fahren. One-Pedal-Feeling, mehr Reichweite, neuer Touchscreen, neues Kombiinstrument, mit 50 kW Gleichstrom laden, neue Asisstenzsysteme, und und und…

Die neue Zoe soll wohl gegen Spätsommer des Jahres auf den Markt kommen. Neben dem maximalen Laden mit 50 kW ist der einzige Wermutstropfen wohl, dass Renault offiziell noch keine Preise genannt hat. Viele Interessierte gehen jedoch von einem Preis ab 24.000/25.000 Euro aus. Hier dürfen wir also weiterhin gespannt bleiben…