Volvo hat unter der Marke „Polestar“ schon den Polestar 2 im Angebot. Doch unter der Dachmarke „Volvo“ selbst hat der schwedische Autobauer bis dato kein Elektroauto im Angebot. Doch dies ändert sich nun mit dem ersten „Recharge“-Modell — dem Volvo XC40 Recharge.


Das Recharge-Programm

Volvo hat mit dem XC40 Recharge nicht nur ein Elektroauto vorgestellt, sondern ähnlich wie Daimler mit den EQ-Modellen eine eigene Reihe für Elektroautos präsentiert. Diese hört auf den Namen Recharge. Der Unterschied ist jedoch, dass auch modifizierte Verbrenner (Hybrid) unter diese Marke fallen sollen.

Bis 2024 will Volvo zusätzlich zum XC40 Recharge fünf weitere Elektroautos auf den Markt bringen. Ein Jahr später soll die Hälfte des weltweiten Fahrzeugabsatzes von Volvo aus Elektroautos bestehen, so der schwedische Autoproduzent.

Der neue Volvo XC40 Recharge

© Volvo Car Group

Doch nun zum XC40 Recharge. Volvo bringt als erstes Elektroauto ein Kompakt-SUV. Die Reichweite soll laut WLTP bei 400 km liegen und die Leistung gibt Volvo mit knapp 300 kW an. Der Akku hat eine Größe von 78 kWh und geladen werden kann das Fahrzeug mit bis zu 150 kW — AC werden bis zu 11 kW unterstützt. Ein Preis für das Auto ist bisher unbekannt. Durch die Leistung soll eine Beschleunigung auf 100 km/h in knapp unter fünf Sekunden möglich sein.

Der Aufbau basiert auf dem Verbrenner-Modell XC40. Dieses ist (dies sei hier nur zur Orientierung erwähnt) ab 32.450 Euro zu haben. Optisch sind hier also keine großen Besonderheiten zu erwarten. Die charakterlichen Elemente eines jeden Volvo finden sich auch beim XC40 Recharge wieder.

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Einer der auffälligen Unterschiede zum Verbrenner-Modell ist der zusätzliche Kofferraum unter der Motorhaube – der Frunk.

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Optisch unterscheidet sich das Interieur nur wenig vom Verbrenner-Modell. Verbaut ist das Cockpit-Display direkt hinter dem Lenkrand und ein Multimedia-Display in der Mitte, jedoch leicht zum Fahrer geneigt. Weiterhin vorhanden bleibt der große Schalthebel und leider auch die aus dem Verbrenner stammende große Mittelkonsole.

Android als Betriebssystem

Ähnlich wie beim Polestar 2 verbaut Volvo leider auch beim XC40 Recharge von Hause aus Android als Betriebssystem. Es ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber alles sieht danach aus, als ob man dies auch nicht bei der Konfiguration deaktivieren kann.

Volvo gibt jedoch noch an, dass der „XC40 Recharge P8 AWD“ (wie er komplett heißt) sukzessive weiterentwickelt und verbessert wird und sich damit von anderen Modellen unterscheiden sollen.

Unsere Meinung

Der XC40 Recharge wirkt sehr hochwertig und nach einem spannenden Fahrzeug. Jedoch finden wir es schade, dass Volvo sich zwar selbst auf die Fahne schreibt mehr Elektroautos auf den Markt bringen zu wollen, aber das erste unter ihrer eigenen Dachmarke leider nur ein Verbrenner mit ausgetauschtem Motor und eingebauten Akku ist. Wir freuen uns jedoch sehr über den Frunk und die 150 kW beim Laden. Alles in allem wird wahrscheinlich erst eine Fahrt zeigen wie wir final zu dem Fahrzeug stehen. Die Mittelkonsole stört uns derzeit jedoch noch.

Und dennoch: Wir sind gespannt und freuen uns auch den „kompakten“ (Gewicht von knapp 2,2 Tonnen) Volvo — die Produktion soll im Herbst 2020 starten.