Nissan berichtet, dass derzeit der LEAF in Großbritannien die „längste und komplexeste Reise“ eines autonomen Autos zurücklegt. Die Strecke beläuft sich auf 370 km und inkludiert Kreisverkehre sowie Autobahnen. Und dabei wird Nissan sogar von der britischen Regierung unterstützt…


Einmal durch England

© NISSAN INTERNATIONAL SA

Genau genommen verläuft die 370 km lange Strecke durch Großbritannien nur durch England. Die exakte Route gibt Nissan leider nicht an. Auf der Fahrt absolviert der LEAF einen Praxistest unter realen Bedingungen in unterschiedlichen Szenarien: Landstraßen ohne bzw. mit nur wenigen Fahrbahnmarkierungen, Kreuzungen, Kreisverkehre und Autobahnen stehen beispielsweise auf dem Programm. Der LEAF muss außerdem selbstständig die Fahrspur wechseln, bei Bedarf anhalten und wieder losfahren.

Nissan LEAF – Voll ausgestattet

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Mit dem LEAF und den Verbrennern Juke, Qashqai und X-Trail verfügen vier Fahrzeuge von Nissan über den ProPILOT für teilautomatisiertes Fahren, welchen wir auch schon in unserem Review des Nissan LEAF ZE1 testen konnten. Das System übernimmt die Lenkung sowie Beschleunigung und Verzögerung des Fahrzeugs.

Interessant ist, dass Nissan bei den autonomen Tests offenbar auf den LEAF ZE0 setzt und nicht auf die überarbeitete ZE1-Edition. Der autonome LEAF wurde im Rahmen des „Human Drive Projects“ weiter verbessert. Dieses Projekt wird unter anderen von der britischen Regierung finanziert. Um die 370 km zurückzulegen, ist der Nissan LEAF vollausgestattet: Von GPS- über Radar- und LIDAR- bis hin zu Kamerasensoren ist alles dabei.

Doch nicht nur die Hardware befindet sich auf dem neusten Stand. Auch in Sachen Software wird fleißig geforscht. So wird untersucht, wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz das Benutzererlebnis und den Fahrkomfort verbessern könnten. Die ebenfalls Forschungsprojekt beteiligte Hitachi Europe Ltd. hat entsprechende Systeme, die maschinelles Lernen in Echtzeit ermöglichen sollen, entwickelt und auf abgesperrtem Terrain „erfolgreich“ getestet. Neben der autonomen Antriebstechnik selbst geht es auch um die (Weiter-)Entwicklung von Cyber-Sicherheitsfeatures autonom fahrender Autos.

Wie geht’s weiter?

Also kommen nun bald die autonomen Nissan-LEAF-Fahrzeuge an die Kunden? Das vermutlich leider nicht. Ähnlich dem Projekt von Volkswagen in Hamburg soll das Projekt auch vorerst an Ort und Stelle bleiben: In diesem Fall also in Großbritannien. Nissan erhofft sich, die daraus sammelbaren Erkenntnisse bei der (Weiter-)Entwicklung autonomer Fahrtechnik einzusetzen und diese weiter vorantreiben zu können.