Mit Spitzendaten von bis zu 342 kW, einem Drehmoment von 830 Nm und einer Beschleunigung auf 100 Stundenkilometer in weniger als 5 Sekunden kommt der Mustang Mach-E GT Anfang 2021 auf den Markt. Doch auch schon 2020 kommt die „normale“ Version des sportlichen Ford auf die Straße. Und dieser lässt sich sehen!


Der Aufbau

© The Ford Motor Company

Zugegebener Maßen sehen wir auf den Mustang Mach-E eher aus der Elektromobilitätssicht. Da wir Verbrenner nicht im Fokus haben und uns mit diesen nicht beschäftigen, können wir nur schwer beurteilen, ob der Mustang Mach-E eine gute Umsetzung der Verbrenner-Modelle ist. Stattdessen können wir mit dem Auge der Elektromobilität auf ihn sehen und schauen, ob es ein „gutes“ Elektroauto ist.

Die Maße gibt Ford mit 4,71 Meter in der Länge, 1,88 Meter in der Breite und 1,60 Meter in der Höhe an. Der Akku wurde laut Ford aufgeteilt, aber dennoch zwischen den Achsen im Fahrzeugboden positioniert. Sehr angenehm ist das standardmäßig verbaute aktive Flüssigkeits-Kühl- und -Heizsystem für den Akku.

Trotz der mehreren Akkus hat Ford für den Mustang Mach-E eine neue Plattform entwickelt, welche gezielt für elektrische Antriebe gestaltet wurde. Ford gibt an, dass diese Plattform es ermöglicht die Akkus „platzsparend in der Bodengruppe zu platzieren“.

Was uns persönlich sehr freut ist, dass Ford diesen Vorteil auch unter Motorhaube bzw. in diesem Fall wohl eher der Kofferraumhaube nutzt. So bietet der Mach-E einen sagenhaften 100-Liter-Frunk. In diesen soll wohl „problemlos ein kleiner Reisekoffer“ untergebracht werden können.

Doch der bewährte Kofferraum bietet mit 402 Litern ebenfalls ordentlich Stauvolumen. Wenn man die Rücksitze sogar noch nach vorne klappt, vergrößert sich das Stauvolumen auf bis zu 1.420 Liter.

Doch eine Sache hat uns auch ins Staunen gebracht. Sieht man sich den Ford Mustang Mach-E genauer an, fällt auf, dass dieser keine konventionellen Türgriffe mehr besitzt. Ford setzt hier auf die „Smartphone als Schlüssel“-Technologie. Erkennt das Fahrzeug via Bluetooth, dass sich das entsprechend legitimierte Smartphone nähert, entriegelt es die Türen. Selbst zum Starten des Fahrzeugs ist es nicht nötig, das Smartphone oder einen Schlüssel in die Hand zu nehmen – wobei das kein grundlegend neues Feature ist. Ist der Akku des Smartphones einmal leer, lässt sich der Ford Mustang Mach-E per Geheimzahl über ein Tastenfeld auf Höhe der B-Säule öffnen. Und mit einem separaten PIN-Code, der auf dem zentralen Touchscreen eingegeben wird, ist der Wagen auch fahrbereit.

Das Design

© The Ford Motor Company

Der 5-Sitzer-Innenraum wirkt wie eine Verbrenner-Version des Tesla Model 3 bzw. Tesla Model Y. Nicht, dass hier ein auffälliger Kardantunnel verbaut wäre, allerdings setzt Ford einerseits auf Minimalismus und versucht gleichzeitig den etwas sportlichen Look aus Stoffelementen und des hervorstehenden Amaturenbrettes beizubehalten, welcher für Verbrenner typisch ist.

Beim Multimediasystem setzt Ford auf ein großes (jedoch hochformatiges) Display in der Mitte mit einer Diagonale von 15,5 Zoll. Besonders spannend ist, dass am unteren Rand des Displays ein haptischer Drehregler auf eben diesem installiert ist. Darüber freuen wir uns sehr, denn so lässt sich die Lautstärke der aktuellen Wiedergabe problemlos und schnell anpassen.

Wo wir gerade bei Musik sind: Im Mustang Mach-E setzt Ford auf eine Zusammenarbeit mit B&O für die Lautsprecher.

Das zweite Display findet sich als Instrumententafel mit einer Diagonale von 10,2 Zoll hinter dem Lenkrad wieder.

© The Ford Motor Company

Als Software kommt SYNC 4 zum Einsatz. Gegenüber der Vorgängergeneration soll die neue Betriebssystemversion laut Ford eine doppelt so hohe Berechnungsgeschwindigkeit ermöglichen – entsprechend schneller gelingt der Zugriff auf Navigations-, Musik- und Konnektivitätsfunktionen. Der Mustang Mach-E kann zudem Over-The-Air-Updates erhalten. Der elektrische Mustang unterstützt zusätzlich Apple CarPlay und Android Auto. Mit an Bord ist auch beim Mustang eine Spracherkennung. Die Frage ist auch hier wieder: Muss das sein, oder kann man auch einen Mustang ohne Spracherkennung kaufen?

Interessant ist auch das optionale Paket des Panoramadaches: Aufgrund einer speziellen Beschichtung des Glases hält es Infrarot- und Ultraviolettstrahlung fern. Dies soll im Sommer für einen kühleren und im kalten Winter für ein wärmeren Innenraum sorgen, so Ford.

Die Daten beeindrucken

© The Ford Motor Company

Der Mustang Mach-E von Ford soll in der zweiten Jahreshälfte diesen Jahres auf die Straßen kommen. Die Motorleistung selbst von 248 kW ist gar nicht so beeindruckend. Richtig spannend ist jedoch das Drehmoment von 581 Nm. Doch nicht nur das Drehmoment überzeugt, auch die Akkukapazität von 75 oder 99 kWh macht Eindruck. Damit sollen laut Ford Reichweite von 450 bis hin zu 600 Kilometer nach WLTP möglich sein.

Doch zum Glück überzeugt auch die DC-Ladeleistung von bis zu 150 kW. Somit kann laut Ford innerhalb von 10 Minuten genügend Leistung für 93 Kilometer nachgeladen werden.

Im Gegenzug ist es dafür umso mehr schade, dass der Mustang Mach-E nur 10,5 kW an AC-Ladeleistung unterstützt. Wir müssen jedoch ehrlich sein und zugeben, dass fast jedes Fahrzeug nur bis zu 11 kW an AC-Ladeleistung unterstützt. Wiederum sehr schön ist, dass ein entsprechendes AC-Ladekabel zur Serienausstattung des Fahrzeugs gehört.

Die GT-Version

Doch sind wir mal ehrlich? Für ein Mustang kann es gerne noch mehr sein. Und das dachte sich Ford wohl auch. So soll der Ford Mustang Mach-E GT kombiniert 342 kW, ein absolut magisches Drehmoment von 830 Nm und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h von unter 5 Sekunden bieten.

Die Frage nach dem Preis

© The Ford Motor Company

Doch wie schön das auch alles klingt. Wo liegt der Mustang Mach-E preislich? Erstaunlicher weise in einem für die Leistung durchaus sehr attraktivem Preisbereich. Der Ford Mustang Mach-E ist ab 46.900 Euro zu haben und der Ford Mustang Mach-E AWD (mit einem Allradantrieb statt eines Heckantriebs) ist ab 54.000 Euro zu haben.

Im ähnlichen Preisbereich liegt zum Beispiel das Tesla Model 3 für ab 43.990 Euro. Zudem ist der Ford preiswerter als das Tesla Model Y, welches bei 58.620 Euro beginnt. Somit ist der Mach-E also durchaus wirklich sehr interessant.

Preise über die zukünftige GT-Version des elektrischen Mustang sind noch nicht bekannt.

Unsere Meinung

Ford hat es geschafft: Zum einen ist der Mustang Mach-E in der Elektrowelt durchaus ein Hingucker. Es ist zwar offiziell ein SUV, erscheint durch seinen Mustang-Stil jedoch etwas frischer und sportlicher auf der Straße.

Uns gefallen besonders viele Kleinigkeiten am Mustang Mach-E. Von außen angefangen ist das System der nicht vorhandenen Türgriffe spannend und verleiht dem Fahrzeug so einen noch schnittigeren Look. Dann geht es damit weiter, dass Ford hier nicht einfach ein Conversion-Design präsentiert hat, sondern tatsächlich eine eigene Plattform für den elektrischen Antrieb gestaltet hat. Das ermöglicht einen riesigen Frunk, ausreichend Platz für bis zu fünf Insassen und gleichzeitig noch einen Kofferraum mit einem Stauvolumen von mehr als 400 Litern. Es scheint das perfekte SUV zu sein.

Des Weiteren gefallen uns die kleinen Innovationen des Drehreglers auf dem großen Bildschirm oder auch des Panoramadachs, welches beschichtet ist.

Und zu guter Letzt dürfen wir natürlich nicht die Leistungsdaten vergessen: Bei der Motorleistung haben wir uns zwar tendenziell mehr erhofft. So könnte die GT-Ausstattung gerne Richtung 500 kW Leistung bieten, allerdings gerade das Drehmoment und auch die Akkukapazität holen wieder viel raus.

Insgesamt ist der Mustang Mach-E von Ford ein wohl überlegtes Elektroauto, welches einige kleine Innovationen bietet und gleichzeitig auf der Straße für ordentlich Fahrspaß sorgen dürfte.


Quellen: media.ford.comtesla.comtesla.com


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