Schon einmal vom MG ZS EV gehört? Wir bisher auch nicht. Doch da MG gerade durch Gerüchte des womöglich ersten elektrischen Kombis Schlagzeilen macht, haben wir uns mal angesehen, was MG bis dato zu bieten hat. Ein elektrisches SUV mit 263 Kilometer Reichweite für einen Preis von um die 29.000 Euro. Für ein SUV durchaus beachtlich. Bekommt der KONA Elektro also Konkurrenz?


Gerüchte zum MG 5

© SAIC Motor Corporation Limited

Auch wir warten seit Jahren auf einen elektrischen Kombi. Doch irgendwie heißt es immer: Weiter warten. Doch dieses Jahr ist vielleicht das Ende des langen Wartens angesagt. Bisher hat sich nur der Marketing-Chef von MG dazu geäußert. Das Fahrzeug soll 2020 auf den Markt kommen, „sobald die Showrooms“ wieder öffnen. Der Marktstart findet allerdings zuerst in Großbritannien statt. Viel mehr, außer der Vermutung, dass der MG 5 auf dem in China verfügbaren Roewe Ei5 basieren soll, ist noch nicht bekannt. Sobald es hier mehr Infos gibt, berichten wir natürlich für euch.

Recharge yourself

Doch wer ist MG überhaupt? Mit dem Slogan „Recharge yourself“ versucht MG sich neu zu erfinden. Gegründet wurde MG scheinbar schon 1924. Doch neben dem ZS EV hat MG sich noch Verbrenner im Angebot. So zudem auch den ZS, auf welchem der ZS EV basiert. MG Motor ist eine britische Tochter des chinesischen Konzerns SAIC Motor.

ZS EV

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© SAIC MOTOR EUROPE B.V.
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Mit über 4 Metern Länge und 1,8 Metern Breite kommt das SUV zwar noch nicht an Konkurrenten aus China ran, welche bis zu 5 Meter lang werden können – wie z.B. der NIO ES8. Doch auch schon mit dieser Größe ist die Positionierung als SUV eindeutig. Der Radstand liegt hier bei knapp 2,5 Metern.

In dem Gewicht von knapp 1,5 Tonnen ist ein Akku mit einer Kapazität von 44,5 kWh an Bord. Mit AC lässt sich der Wagen mit 7 kW laden. CCS wird mit 50 kW unterstützt. Der Akku hält mit einem Verbrauch von knapp 17 kW pro 100 Kilometer für knapp 263 Kilometer durch. Laut MG liegt die optimale Geschwindigkeit bei 60 km/h, bei welcher die Reichweite theoretisch auf 428 km ansteigen soll. Hier soll also nur noch statt der 17 kW ein Verbrauch von 10 kW pro 100 Kilometer vorliegen.

Der permanent erregte Synchronmotor liefert eine Leistung von überschaubaren 105 kW und ein Drehmoment von schicken 353 Nm. Autobahn ist für den SUV auch kein Problem – Rasen zum Glück schon. So ist der SUV bei 140 km/h abgeriegelt.

Die Beschleunigung ist nicht außergewöhnlich, reicht für den Alltag aber mit 8,2 Sekunden auf 100 km/h locker aus. Apropos Alltag: Der Kofferraum bietet 448 Liter Stauraum, was für eine Familie schon sehr attraktiv ist.

ZS EV in der Luxury-Ausstattung

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Bisher haben wir uns die Basisvariante, die sogenannte Comfort-Edition, angesehen. In der höheren Ausstattung, der Luxury-Ausstattung, ändern sich an den technischen Daten eigentlich nicht wirklich viel. Einzig und allein das Gewicht, welches auf etwas über 1,5 Tonnen ansteigt.

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Dies lässt sich mit einer anderen Ausstattung erklären. So kommen die 40 Kilogramm mehr durch vielerlei Dinge hinzu. Unter anderem bietet die Luxury-Version im Vergleich zur Comfort-Version einen Regensensor, Kontrolle der Hangabfahrt, Überwachung des toten Winkels, Warnung bei rückwärtigem Verkehr, Spurwechselwarnung, Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien, automatisches Einklappen der Seitenspiegel, ein Panorama-Schiebedach, anpassbare Sitze und einiges mehr.

ZS EV – Was bietet das Fahrzeug optisch und als Entertainment?

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Doch was bietet der ZS EV in der Comfort-Edition überhaupt? Von außen wirkt der SUV gestalterisch eher wie ein Verbrenner, erinnert von der Größe allerdings an einen KONA Elektro. Ein Frunk bleibt leider aus. Der Rest an dem Fahrzeug ist gestalterisch jedoch relativ „normal“ und wirkt eher schon fünf bis zehn Jahre zurückliegend. MG geht hier keinen neuen Weg, sondern setzt auf bewährtes Design. Farblich lässt sich zwischen Dover White, Regal Blue, Diamond Red, Aqua Cyan und Pebble Black wählen.

Im Innenraum finden wir neben Leder- und Stoffsitzen (je nach Ausstattung) vorne ein ebenfalls sehr nach Verbrenner aussehendes Elektroauto. Die riesige Mittelkonsole ist leider vorhanden und auch ansonsten wirkt es recht eng. Durch den Verbrenner-Look ist das Interieur nicht besonders modern. Es bietet jedoch sicher alles was man sucht und benötigt. Aber auch hier gilt: MG setzt auf bewährtes Verbrenner-Design. Von Hause aus ist ein Navigation-System integriert und ein 8-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Anschluss. Unterstützt wird zudem Android Auto und Apple CarPlay. Wählt man das Luxury-Paket dazu, erhält man noch das schon erwähnte Panaromadach, Sitze mit Heizfunktion, 17-Zoll-Pflegen, statt 16-Zoll-Pfelgen und einige andere Funktionen, wie die oben erwähnten.

Unsere Meinung

Der ZS EV ist das Conversion-Design des ebenfalls verfügbaren ZS von MG. Und das sieht man leider auch. So ist es im Cockpit recht eng gestaltet, es gibt keinen Frunk und allgemein lässt das Design eher auf einen Verbrenner schließen. Der Verkaufspreis startet in Großbritannien bei 29.103 Euro (25.495 Pfund Sterling). Der Hyundai KONA Elektro startet bei knapp 6.000 Euro mehr (34.850 Euro). Für diesen Preis erhält man beim KONA Elektro 289 Kilometer Reichweite. Somit sind es ganze 26 Kilometer Unterschied. Aus der Perspektive der Reichweite ist der MG ZS EV für ein SUV also durchaus attraktiv. Optisch muss wohl jeder selbst entscheiden was ihm besser gefällt. Und auch in der Ausstattung gibt es natürlich Unterschiede.

Technisch liefert der KONA Elektro mit 150 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h auch etwas mehr Leistung. Und trotzdem ist der Akku ist bei leicht höherer Reichweite kleiner (39,2 kWh). Somit liegt der Verbrauch statt bei 17 kW (wie beim ZS EV) nur bei knapp 14 kW.

Insofern: Ja, trotz dem besseren Verbrauch und der höheren Leistung könnte der ZS EV je nach Zielgruppe durchaus eine Konkurrenz zum KONA Elektro sein. Doch ein Unterschied darf man nicht vergessen: Der ZS EV wurde nicht als Elektroauto von Grund auf konzipiert und das merkt man leider beim Fahren meistens auch. Ob das beim ZS EV auch so ist, können wir nicht sagen. Dennoch freuen wir uns auf einen zukünftigen Test des SUVs. Denn ein elektrisches SUV für unter 30.000 Euro gibt es tatsächlich nicht oft…

Doch einen Haken gibt es leider noch: Eine Möglichkeit den ZS EV in Deutschland zu kaufen haben wir noch nicht gefunden. Bisher scheint er also für den britischen Markt exklusiv zur Verfügung zu stehen.


Quellen: autocar.co.uk, konfigurator.hyundai.de, hyundai.demg.co.ukmgmotor.eu


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